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Umstrittenes Thema Frühkastration -Erfahrungen und Zusammenfassung einer amerikanischen StudieDas Züchten von Katzen ist nicht nur ein wirklich schönes und oft erlebnisreiches Hobby, sondern birgt vor allem eine riesige Verantwortung, nämlich dem Leben unserer gezüchteten Jungtiere gegenüber.
Als verantwortungsvolle Züchter suchen wir für unseren Nachwuchs ausschließlich beste Plätze bei ebenso verantwortungsbewussten Katzenfreunden, denen das Wohl der Tiere am Herzen liegt wie uns selbst. Uns ist besonders wichtig das die Katzenkinder ein unbeschwertes Leben in Sicherheit genießen dürfen, dazu gehört u. a. auch das wir unsere Tiere nicht in Freilaufhaltung abgeben, da die Wahrscheinlichkeit doch sehr gering ist das die Tiere wirklich gesund und munter alt werden und ihre Besitzer sich ein Katzenleben lang an ihnen erfreuen können. Zudem gibt es leider auch eine ganze Menge schwarzer Schafe ("Schwarzzüchter") in Züchterkreisen, die ihre Tiere nicht aus Liebe sondern aus rein kommerziellen Gründen decken und werfen lassen, um so ihr Haushaltsbudget aufzubessern oder gar von den Einnahmen durch die Tiere zu leben. Um wirklich sicherzustellen das keines unserer Katzenkinder irgendwann einmal in einer Hinterhof- oder Kellerzucht landet und dort als profitable Gebärmaschine oder Deckkater vor sich hin vegetieren muss, sind wir nach reiflicher Überlegung und eingehender Recherche dazu übergegangen unsere Katzenkinder im Alter von 10 - 12 Wochen frühkastrieren zu lassen. Somit sind sie für potentielle Schwarzzüchter uninteressant, da man sie nicht zur Zucht reinrassiger oder auch Mischlingskatzen verwenden kann. Alle seriösen Züchter haben sogenannte Kastrationsklauseln im Vertrag, in denen festgelegt wird, dass die als Liebhabertiere verkauften Kitten im Alter von X Monaten kastriert werden müssen. Auch wir hatten früher diese Klausel in den Kaufverträgen, mussten jedoch 2 x die Erfahrung machen, dass die Katzen nicht vertragsgemäß kastriert und die Katzen doch gedeckt wurden. Leider halten sich bei vielen Menschen in Deutschland durch fehlendes Informationsmaterial und mangelnde Aufklärung hartnäckig die Gerüchte, dass frühkastrierte Katzenkinder später gesundheitliche Probleme bekommen würden, z.B. Kater bekämen Harnwegsinfektionen, die Tiere würden kleiner bleiben als ihre spät kastrierten Artgenossen, Katzen müßten einmal rollig werden etc. Das ist ungefähr genauso wahr wie die immer noch landläufige Meinung Katzen müssten vor der Kastration einmal werfen oder kastrierte Katzen fingen keine Mäuse mehr - nämlich gar nicht. Diese Vorurteile sind wissenschaftlich nicht haltbar! In Deutschland stecken wir, wie so oft im internationalen Vergleich mit unseren Erkenntnissen noch in den Kinderschuhen was Krankheiten, Impfungen, Tests, Ernährung etc. betrifft. Die Frühkastration wird bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten ohne irgendwelche Nachteile in den USA und anderen europäischen Ländern durchgeführt. Bei uns in Deutschland gibt es bisher leider nur wenige Züchter und auch Tierärzte die sich die Mühe machen sich mit dem schwierigen Thema auseinanderzusetzen. Aber es werden langsam mehr. Glücklicherweise sind nun auch viele Tierheime bereits dazu übergegangen Katzenkinder im Alter ab 7 Wochen kastrieren zu lassen, um sicherzustellen das diese Kitten nicht später auch wieder für Nachwuchs sorgen der dann die Katzenschwemme in den Tierheimen weiterführt. Einige deutsche Züchter praktizieren die Frühkastration an ihren Jungtieren nun bereits seit mehreren Jahren und haben damit ausschliesslich sehr gute Erfahrungen gesammelt. Natürlich hatten sie ebenfalls anfangs Bedenken, ob die Kitten auch wirklich die Narkose gut überstehen und wie der Heilungsprozess verlaufen würde. Sie waren jedoch wirklich überrascht wie problemlos und schnell die Kleinen diese Operation überstanden haben und wie schnell sie wieder vollkommen fit und agil durch die Gegend jagten. Diese guten Erfahrungen ermutigten uns ebenfalls diesen Weg einzuschlagen. Ich werde nun einmal zum besseren Verständnis kurz den Ablauf einer Kastations-OP bei Jungtieren schildern: - Letzte Fütterung etwa 12 Stunden vor der OP am Abend vorher. - Vor der OP werden die Katzen gesundheitlich durchgecheckt und gewogen um das Narkosemittel zu dosieren. - Narkose wird gesetzt und die Kitten schlafen innerhalb weniger Minuten tief und fest ein. Sie werden zur OP auf ein Wärmekissen gebettet um die Körpertemperatur konstant zu halten. - Katerchen bekommen einen kleinen Schnitt am Hodensack, die Hoden werden von den Samenleitern abgetrennt und komplett entnommen. - Kätzchen werden an der Seite aufgeschnitten, die Eileiter abgebunden, getrennt und entfernt. - Die OP dauert bei den Katerchen etwa 10 Minuten, bei den Kätzchen etwa 20-30 Minuten. - Die Narkose wird knapp kalkuliert und die Kitten werden kurz nach der Beendigung der OP wieder wach. Sie bekommen nach etwa 1 Stunde noch ein Schmerzmittel gespritzt um die Wundschmerzen zu verringern und etwa 2 Stunden nach der OP dürfen sie wieder nach Hause. - Zu Hause angekommen dauert es meist noch 1-2 Stunden und die Zwerge laufen wieder munter herum. Besonders die Kater haben anscheinend überhaupt keine Probleme und springen über Tische und Bänke. Die Mädchen gehen es etwas langsamer an und sind ab dem frühen Abend wieder soweit hergestellt, daß sie ihrem Hunger Ausdruck verleihen. Ab dem späten Abend bekommen sie dann wieder kleine Mengen Futter. - Am nächsten Tag sind alle wieder topfit und wohlauf und benehmen sich, als wäre nie etwas geschehen. "Wir können nur sagen das die Erfahrung gezeigt hat, daß die Kitten die Kastration weitaus leichter verkraftet haben, als jedes erwachsene Tier das wir jemals kastrieren liessen", berichtete mir eine Züchterin. "Die erwachsenen Katzen litten meist mehrere Tage an den Folgen der Narkose und den Wundschmerzen. Sie verhalten sich auffallend länger ruhig und schonen sich mehr." Als weiterer großer Vorteil ist zu sehen, daß sich die zukünftigen Katzeneltern keine Sorgen um ihre Lieblinge wegen der Operation machen müssen. Viele Tierhalter schieben den Termin nämlich auf die lange Bank, da sie den Gedanken nicht ertragen können ihrem Tier eine Operation zumuten zu müssen oder es danach leiden sehen zu müssen. Mit einem frühkastrierten Katzenkind bleibt ihnen diese unangenehme Erfahrung erspart und sie bekommen ein rundum gesundes und glückliches Kätzchen mit dem sie viel Freude haben werden. Die Kosten für eine Frühkastration betragen bei meiner Tierärztin ca. 40 Euro für ein Katerchen und etwa 80 Euro für ein Mädchen. Sollten Sie noch immer skeptisch sein oder einfach mehr zum Thema Frühkastration erfahren wollen, möchte ich Ihnen nun hier die Gelegenheit bieten einen Blick auf eine amerikanische Studie zu dem Thema zu werfen, die von der Winn Feline Foundation - einer renommieren Organisation in den USA, die Forschungen zum Thema Katzen finanziert und durchführt - initiiert wurde. Diese Zusammenfassung wurde im englischen Original von Diana Curden, Ph. D. verfasst. Amy Stadter hat sich die Mühe gemacht, diese Studie in die deutsche Sprache zu übersetzen: Studie der Winn Feline Foundation Mehr Informationen zum Thema finden Sie im Internet u.a. bei der Organisation CAT-CARE Tierhilfe Kassel e.V., die sich engagiert für die Frühkastration einsetzt: http://www.cat-care.de/fruehkastration.pdf
Wer der englischen Sprache gut mächtig ist, wird auch auf der TICA Website zwei interessante Artikel zum Thema Frühkastration finden: http://tica.org/public/health.php
http://tica.org/members/publications/brochures/alter.pdf http://tica.org/members/publications/brochures/spay.pdf b) Questions and answers about spaying and neutering http://tica.org/members/publications/brochures/neuter.pdf http://tica.org/members/publications/brochures/neuter_b.pdf |
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| (c) Graeftenhof Maine Coon Cats | ||||