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Wenn man bedenkt, daß man eine normale Hauskatze in der Regel geschenkt bekommt, aber eine Rassekatze teuer bezahlen soll, dann fragt man sich warum das so ist. Die Zuneigung eines Tieres ist sowieso unbezahlbar, egal ob Rasse oder nicht. Hat man sich aber nun in eine bestimmte Rasse verliebt, wird man Kontakt zu einem Züchter dieser Rasse aufnehmen. Jemand, der noch nie eine Rassekatze hatte, wird dann möglicherweise erschrecken, wenn er den Preis hört, der für ein Liebhaberkätzchen durchaus um 650 Euro betragen kann. Wäre dieser Betrag reiner Gewinn, dann könnte man zu Recht behaupten, daß sich die Züchter mit ihren Katzenkindern eine goldene Nase verdienen.
Nun ganz so ist es leider nicht. Vor dem Verkauf hat der Züchter in seinen Wurf und die Elterntiere selber viel Geld investiert. Das beginnt schon damit, daß der Züchter erst einmal eine oder mehrere Katzen erwerben muß. Selbstverständlich sollen die zukünftigen Eltern gesund und möglichst fehlerlos sein sowie aus guten Linien stammen. Eine Zuchtkätzin ist erheblich teurer, als ein Liebhaberkätzchen. Oft ist eine passende Kätzin nicht gleich in der Nachbarschaft zu bekommen und eine weite Fahrt zum Züchter, wenn nicht sogar ein Import aus dem Ausland notwendig. Bis die Katze alt genug ist, um gedeckt zu werden, wird sie optimal gepflegt und versorgt. Sehr gutes Futter, Vitamine und dergleichen sind für Züchter selbstverständlich. Alle Impfungen (Katzenseuche, -schnupfen, Tollwut, Leukose), Tests auf Leukose und FIV, Wurmkuren, und häufig kostenintensive Tests auf eventuelle Erbfehler (HCM, HD) werden vorgenommen.
Damit die Babies auch die notwendigen Papiere bekommen muß der Züchter seinen Zwingernamen in einem Verband registrieren lassen und Mitglied eines Vereines sein. Natürlich ist beides nicht kostenlos. Die Elterntiere müssen Ausstellungen besuchen. Auch die sind nicht umsonst (Meldegebühren, Fahrtkosten etc.).
Wenn Sie nun eine gute Zuchtkatze besitzen haben Sie immer noch keinen Kater. Dieser sollte die gleichen Vorraussetzungen hinsichtlich Gesundheit, Standard und Linien erfüllen, wie die Katze. Kurzum: Er muß zur Katze passen. Einige Züchter haben einen eigenen Deckkater, den sie selber teuer gekauft haben. Häufig werden die Katzen aber von einem Kater aus einer anderen Zucht gedeckt und dafür fällt eine Deckgebühr an, die nicht unerheblich ist.
Während der Trächtigkeit bekommt die Mutter Zusatzfutter und Vitamine, damit sie und ihr Nachwuchs bestens versorgt werden. Wie bei Menschen auch, kann es bei Katzen während der Trächtigkeit Probleme geben und ein Ultraschall, Röntgen oder sonstige medizinische Versorgung ist notwendig. Ähnlich verhält es sich während und nach der Geburt. Es kann durchaus vorkommen, daß tierärztliche Hilfe erforderlich ist. Wenn die Kleinen etwa 3 1/2 Wochen alt sind beginnt die Zeit der Zufütterung. Sobald die Babies selbständig fressen, wird auch hier nicht am Futter gespart. Das Beste ist gerade gut genug für die Kleinen. Zu dieser Zeit beginnen sie auch die Katzentoilette aufzusuchen. Ein hoher Verbrauch an Katzenstreu läßt sich nicht vermeiden. Dazu kommen dann die Impfungen, Wurmkuren und der Stammbaum.
Das alles verursacht hohe Aufwendungen. Um verantwortungsvolle Käufer für die Kätzchen zu finden, müssen Inserate in Fachzeitschriften und Magazinen geschaltet werden. Diese sind unglaublich kostspielig. Für eine Anzeige mit Foto dürfen Sie locker um die 70,- € einkalkulieren. Telefonate und viel Schreibkram, verbunden mit Porto lassen sich ebenfalls nicht umgehen. Wenn man das alles von dem Verkaufspreis abzieht, bleibt nicht mehr viel übrig. In der Regel ist man froh, wenn man die Rechnung plus minus null abschließen konnte. Von der Arbeit will ich gar nicht reden, die kann einem sowieso niemand bezahlen und schließlich züchtet jeder gute Züchter aus Freude an der Sache. Selbstverständlich wird er Ihnen auch nach der Abgabe stets mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Natürlich sollen auch Hauskatzen optimal ernährt, geimpft und entwurmt werden, aber sie unterliegen keinem Rassestandard und damit fällt zumindest dieser Kostenfaktor weg. Die Elterntiere haben einen deutlich niedrigeren Anschaffungspreis, oder die Babies sind sowieso Zufallsprodukte. Dennoch ist auch bei Hauskatzen eine Schutzgebühr durchaus angebracht.
Leider gibt es immer noch Schwarz"züchter", die ihre Jungtiere ohne Papiere abgeben. Die Zugehörigkeit zu einem Verein wird wegen der Kosten vermieden, wie auch alles andere, was Geld kostet. Man kann dann z. B. nicht nachvollziehen, ob die eventuell gesundaussehende Mutter - sofern man überhaupt eine Kätzin zu sehen bekommt - wirklich die Mutter ist, oder nur die Vorzeigekatze. Außerdem muß sich der Züchter an keinerlei Satzungen und Richtlinien halten. Die Katzenbabies sind oft nicht ausreichend oder gar nicht geimpft und entwurmt sowie Virus- und Erbkrankheiten nicht ausgeschlossen. Von der Ernährung will ich gar nicht sprechen, ebensowenig wie von der Sozialisierung. Doch halte ich das Sparen am Futter, der Streu und tierärztlichen Versorgung wohl für den schlimmsten Frevel.
Die Babies sind bei der Abgabe meistens viel zu jung, um schon von der Mutter getrennt zu werden. Häufig sind sie erst 8 Wochen oder noch jünger, doch sie fressen ja langsam zu viel... Möglicherweise soll auch die Mutterkatze bald wieder gedeckt werden, es ist ja kein Verein da, an dessen Zuchtrichtlinien man sich zu halten hätte. Diese Babies kosten augenscheinlich manchmal nur halb soviel von dem, was Sie bei einem verantwortungsvollen Züchter bezahlen müßten. Das so gesparte Geld trägt der geplagte Käufer dann aber häufig zum Tierarzt, denn ohne optimale Versorgung von Mutter und Babies, sind die Kleinen wesentlich anfälliger und kränkeln häufiger, sofern sie bei der Abgabe überhaupt gesund sind. Mit dem Kauf bei so einem "Züchter", den man besser als Vermehrer bezeichnen sollte, unterstützen Sie ausschließlich eine verantwortungslose Haltung und Vermehrung.
Wer glaubt, ich würde mir dies nur aus den Fingern saugen, um meine eigenen Kitten besser zu vermitteln, sollte einmal ein wenig in Buffy´s Tagebuch stöbern.


©Barbara Winnig
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